Alexander von Wiedenbeck | Après le grand déluge - par Alexander von Wiedenbeck
Das Wasser war gegangen, doch was blieb waren zerstörte Häuser und Existenzen und jede Menge Schlamm. Da einer der drei Flüsse, welche die Stadt durchqueren, unmittelbar vor der Altstadt eine fast 90 Grad Kurve macht, trug das Hochwasser den ganzen Schlamm aus de Flussbett in die Stadt.
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Alexander von Wiedenbeck - Fashion and Reportage Photography

Après le grand déluge

 

Das Wasser war gegangen, doch was blieb waren zerstörte Häuser und Existenzen und jede Menge Schlamm. Da einer der drei Flüsse, welche die Stadt durchqueren, unmittelbar vor der Altstadt in einer 90 Grad Kurve verläuft, trug das Hochwasser den ganzen Schlamm aus dem Flussbett in die Stadt. Die Straßen waren fast einen halben Meter damit durchspült und ein Spielplatz am Ufer verschwand vollständig in der zähflüssigen Masse, welche zunehmend durch die Sonnenstrahlen austrocknete und zu einer festen betonartigen Fläche wurde.

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Gemeinsam mit meinem Assistenten fuhr ich erneut nach Passau, um mir ein erneutes Bild vom Ausmaß des Schadens zu machen, selbigen festzuhalten, aber wie sich herausstellen sollte, hauptsächlich um zu helfen. Analog zur Nacht des Schreckens als das Wasser kam, konnte ich auch dieses Mal nicht tatenlos daneben stehen und den vielen hunderten Helfern zusehen wie Sie schnellstmöglich die Stadt von dem zunehmend trocknenden Schlamm befreiten. So griffen wir ebenfalls zu Schaufel und Pickel und reihten uns bei einer Meute Studenten ein um dem Chaos Herr zu werden.

 

Es war wunderschön zu sehen wie groß der Zusammenhalt der Region war. Jung und Alt stellten sich gemeinsam der Aufgabe und niemand war sich zu schade um bei einem Nachbarn mit anzupacken. Die Stärke einer Gemeinschaft war unerschütterlich und man spendete sich gegenseitig Trost und gab Hoffnung.

 

Versorgt durch THW und dem bayrischen Roten Kreuz, verbrachte ich zwei Tage vor Ort und durfte so ein Teil dieser starken Gemeinschaft werden. Man hat neue Freundschaften gefunden und sich im Kollektiv einer zunächst vermeintlich unlösbaren Aufgabe gestellt und selbige doch gelöst.

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Meine Erkenntnis aus diesem Erlebnis: So groß die Leidenschaft zur Fotografie auch ist und so sehr man in Folge dessen danach strebt, solche Ereignisse, Katastrophen festzuhalten, um so mehr sollte man sich bewusst werden, dass man am Ende auch nur Mensch ist und ein gewisses Maß an sozialer Verantwortung gegenüber seinen Mitmenschen hat. Tatenlos daneben zu stehen und das Leid und Elend zu fotografieren ist keine Option.

 

Le grand déluge und Après le grand déluge überzeugen am Ende als eine Gesamtstrecke, nicht durch die Quantität, vielmehr sollte sie aufzeigen, dass die Person hinter der Kamera auch ein Mensch ist, welcher gegen die Kräfte der Natur ebenso machtlos ist, wie jeder andere.

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Reportage