Alexander von Wiedenbeck | Vita - from Alexander von Wiedenbeck
Als ein Kind der 80er, wurde er ohne Frage 30 Jahre zu früh oder 30 Jahre zu spät geboren. Vermeintlich zu jung, die einst glanzvollen Zeiten der Fotografie zu zelebrieren und doch auch zu alt, um sich mit der heutigen Entwicklung der Fotografie zu arrangieren. Er ist ein analoger Spieler, gefangen in einer digitalen Welt.
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„Maybe the loneliness shaped my awareness for the essentials!“

Alexander von Wiedenbeck, Berlin 2009

Als ein Kind der 80er, wurde er ohne Frage 30 Jahre zu früh oder 30 Jahre zu spät geboren. Vermeintlich zu jung, die einst glanzvollen Zeiten der Fotografie zu zelebrieren und doch auch zu alt, um sich mit der heutigen Entwicklung der Fotografie zu arrangieren. Er ist ein analoger Spieler, gefangen in einer digitalen Welt.

 

Aber gehen wir zurück zum Anfang. Sehr früh entwickelte sich das Verlangen in Alexander von Wiedenbeck, seinen Lebensinhalt schöpferisch zu gestalten. Etwas „Echtes“ zu erschaffen war sein Wunsch. Doch wie das Leben oft spielt, sollte er sich auf diesem Weg verlieren und nach dem Irrlauf einer Ausbildung zum Kfz Mechaniker und einer weiteren kaufmännischen Ausbildung, führte ihn sein beruflicher Werdegang über Umwege und ein Studium in der Medienwelt, im Jahr 2004 zur Gründung einer eigenen Werbeagentur.

 

Anfangs geblendet von den kreativen Möglichkeiten die sich ihm boten, verblasste der Zauber jedoch mit den Jahren und er realisierte, nur eine Marionette der Konsumgesellschaft zu sein. Unwahrheiten zu verkaufen, die Gegebenheiten anders darzustellen als sie tatsächlich sind, war dabei zu oft sein täglich Brot. Das Klientel, „bien sur“ sehr hochkarätig, namhaften Marken zählten zum Kundenkreis seiner Agentur. Doch je größer das Budget, desto mehr glich es einer Art Prostitution und die Selbstverwirklichung rückte zunehmend in den Schatten der Sklaverei seiner Dienstleistungen.

 

Es war an der Zeit, das Leben wieder bewusst zu leben, sich auf das Wesentliche zu beschränken und seinen Träumen zu folgen, koste es was es wolle. Und so ließ Alexander im Jahr 2012 alles hinter sich und startete die erste, selbstbestimmte Produktion an seinem Bildband Obsession for Freedom. Es war für ihn eine Art Revolution zurück zu den alten Werten. Dabei beschränkte er sich, zum ersten Mal, ausschließlich auf die schwarz/weiß Fotografie, welche wie er selbst sagt, die Bilder und die Emotionen tatsächlich nur auf das Wesentliche beschränkt. Jenes, wonach seine Träume immer strebten – etwas „Echtes“.

 

Alexander nannte es damals „einen Sprung ins Ungewisse“, wobei man ihm, ohne zu zweifeln, beipflichten darf. Doch diese neu errungene Freiheit, die Befreiung von jener Prostitution die ihn fesselte, ist ein unendlich kostbares Geschenk, welches es sich lohnt danach zu streben. Und so kann er heute auf zahlreiche, dieser selbstbestimmten, schöpferischen Produktionen zurückblicken. Sei es für die Kampagne eines Modelabel, das Editorial einer Zeitschrift, das Porträt einer Persönlichkeit, oder eine Reportage zu einem tiefgründigen Thema wie Krieg oder Armut, in jedem Fall, brachte er das zum Ausdruck, was ihn antreibt – das Wesentliche.

 

Gerade bei Letzteren, den Reportagen, fand Alexander eine neue Leidenschaft und seine persönliche Empathie in Form von sozialen Projekten. Im Jahr 2015 reiste er deshalb gemeinsam mit der deutschen Hilfsorganisation „Aktionsgruppe Kinder in Not e.V.“ auf die Philippinen, um dort die Friedhofs- und Müllkippenkinder zu besuchen und zu porträtieren. Im Anschluss entstand aus selbiger Strecke eine Wanderausstellung, bei welcher er sämtliche Erträge aus der Veräußerung der Exponate und des Ausstellungskataloges in jene Projekte auf die Philippinen spendet, wo auch tatsächlich die Aufnahmen entstanden sind.

 

Noch im selben Jahr, unmittelbar nach der Reise auf die Philippinen, engagierte er sich ebenfalls für ein weiteres, länderübergreifendes Projekt der internationalen Hilfsorganisation CARE, welche sich mit der Stärkung der Frauenrechte in Nepal, Uganda und Äthiopien beschäftigt. In dem Thema um die Frauenrechte, sah Alexander eine große Verbindung zu seinem eigentlichen Genre, der Modefotografie, bei welchem, selbst in der westlichen Welt, die Achtung und die Rechte der weiblichen Akteure nach wie vor ein Thema sind. Es schien daher nur konsequent seinem eigenen Weltbild gegenüber, sich hier zu engagieren. Die nun dort entstandenen Fotografien, fanden dabei Einzug in Publikationen zum Thema der Frauenrechte und werden bei zahlreichen Charity Ausstellungen der Hilfsorganisation gezeigt.

 

Heute, mitten in seinen 30er Jahren, hat Alexander von Wiedenbeck sich oft verwandelt, um letztendlich dort zu landen wo er jetzt steht – mitten im Leben. Angekommen in der Selbstverwirklichung und mit jener Fotografie, für welche er früher vermeintlich zu jung war. Echte, unverfälschte Momente festzuhalten, die „echte“ Fotografie zu zelebrieren, unabhängig dem heutigen, modernen und doch geblendeten Verständnis von selbiger, macht er ausnahmslos das, wonach sein Herz strebt – er fotografiert – das Wesentliche!

Alexander von Wiedenbeck - Fashion and Reportage Photography